Alesund

Jeder der nach Alesund kommt, bekommt die Geschichte vom Stadtbrand im Jahr 1904 zu hören, also auch ich.

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Stadtbrände waren früher ein durchaus öfter wiederkehrendes Ereignis in norwegischen Städten. Die Häuser waren alle in dem typisch norwegischen Stil aus Holz gebaut. Oft genügte ein einzelnes Feuer, um eine ganze Stadt abbrennen zu lassen. Da dies jedoch in gewisser Weise Normalität war, waren die erfinderischen Norweger durchaus darauf vorbereitet, indem sie im ganzen Land Fertighäuser auf Vorrat herstellten.

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Dort, wo es genügend Bauholz gab, gab es immer auch Zimmerleute, die Häuser daraus errichteten. Diese wurden vor Ort fertig aufgebaut, anschließend wieder demontiert und entweder sofort in die Städte verkauft oder eben eingelagert. Wenn es dann wieder mal einen größeren Brand gegeben hatte, waren die Handwerker schnell mit ihren fertigen Häusern zur Stelle und bereits nach wenigen Monaten konnte eine Stadt wieder neu errichtet werden.

Nach dem Stadtbrand in Alesund wurden allerdings Steinhäuser errichtet, da man damit zukünftige Großfeuer verhindern wollte. Bezahlt werden musste das Ganze aber natürlich auch. Und hier kommt der deutsche Kaiser Wilhelm II. ins Spiel. Er verbrachte viel Zeit in Norwegen und war ziemlich vernarrt in Land und Leute. Also ließ er sich nach dem Brand nicht lumpen, sondern spendete eine große Summe für den Wiederaufbau von Alesund. Mit diesem Geld wurde die Innenstadt im Stil der Zeit wieder aufgebaut. Dieser Architekturstil war der Jugendstil. Deshalb rühmt sich Alesund heute, eine komplette Stadtarchitektur im Jugendstil zu haben.

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Schön sehen sie schon aus, die Häuser von vor 100 Jahren. Vor allem haben es die Alesunder verstanden, auch daneben keine architektonischen Katastrophen hinzustellen. So präsentiert Alesund heute eine sehr gelungene Mischung aus alt und neu.

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Etwas sportlich wurde der Besuch für mich auch, es ging auf den Aksla, den Hausberg von Alesund. Von oben konnten wir die vielen Inseln rund um die Stadt bewundern. Da habe ich dann auch verstanden, warum Schiffe hier ein Hauptverkehrsmittel sind.

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Am Weg nach oben erwartete uns auch noch ein Urahn vieler bedeutender europäischer Herrscherhäuser. Rollo, dem Stammvater der Normannen, haben sie am Aufgang zum Berg ein Denkmal gesetzt. Der Überlieferung nach soll er von hier aus zu einem Raubzug  in das Reich der Franken aufgebrochen sein.  Mit seinem Unterfangen war er jedoch nicht sehr erfolgreich und im Jahre 911 stand er kurz vor der vollständigen Niederlage. Sein Ausweg daraus? Er ließ sich taufen und erhielt vom König ein kleines Lehen bei der Stadt Rouen. Dies war die Keimzelle der Normandie und damit auch eines der bedeutendsten europäischen Herrscherhäuser. Lediglich 150 Jahre später eroberte der sechste Nachfolger von Rollo, Wilhelm den Eroberer, England und setzte sich die Königskrone aufs Haupt. Seitdem gab es keine weitere erfolgreiche Invasion der britischen Insel. Schlussendlich waren sie also doch ganz schön erfolgreich, diese Nordmänner.

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Besonders überrascht hat mich in Alesund noch, wie sauber das Wasser im Hafen war. Ich konnte bis auf den Grund des Hafenbeckens schauen. Es geht eben offensichtlich doch, Schifffahrt und Umwelt zusammen zu bringen. Wir Bären sind sehr dafür!

Euer ganz gefährlicher Grizzly

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