Indien

Hallo, da bin ich wieder! Ja, ich weiß, ich war für einige Zeit verschwunden und ihr habt euch sicher schon gefragt, warum.

Ich war in Indien, genauer gesagt in Bangalore, der IT-City des Landes. Mein Menschenpapa hatte dort für zwei Wochen beruflich zu tun und ich durfte ihn begleiten.

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Wer sich an dieser Stelle auf Bilder von Elefant, Tiger und Co. freut, den muss ich leider enttäuschen. Elefanten habe ich getroffen, aber nicht in der Wildnis. Ansonsten jedoch waren wir immer in Städten unterwegs. Auch bei den Fotos haben sich diesmal einige eingeschlichen, die nur mit dem Handy aufgenommen sind. Mein Menschenpapa konnte die richtige Kamera einfach nicht überall mit hinnehmen. Ich hoffe aber, dass euch mein kleiner Bericht dennoch gefallen wird.

Indien also. Welche Vorstellungen würdet Ihr damit verbinden? Ja klar, die Elefanten hatten wir schon. Und sonst? Maharadschapaläste, Hindutempel, traditionelle Kleidung, Straßenhändler, Hitze, Monsun? Das ist alles richtig, aber eben doch ganz anders.

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Was mir sofort nach der Ankunft aufgefallen ist: Es ist immer laut und es sind immer sehr viele Menschen unterwegs. Wenn man bedenkt, dass Bangalore so etwa 12 Millionen Menschen zählt, ist das aber auch kein Wunder! Die Stadt ist einfach nur riesig und jeder will offenbar ständig irgendwohin. Das alles spielt sich auf der Straße ab. Für mich als Einwohner eines kleinen Dorfes im Erzgebirge ein unentwirrbares Chaos, das aber dennoch irgendwie funktioniert.

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Ja, es dauert immer ziemlich, von einem Ort zum nächsten zu gelangen. Das Erstaunlichste an dem ganzen Verkehr ist jedoch, dass es so gut wie keine Unfälle gibt. Jede noch so kleine Lücke wird irgendwie zugefahren, von Autos, Motorrollern oder den dreirädrigen Taxis. Zwischendurch schlängeln sich natürlich noch die Fußgänger und ab und zu ist auch ein Fahrradfahrer dabei. Die Inder scheinen jedoch einen siebenten Sinn zu haben, der sie selbst im größten Wust Kollisionen vermeiden lässt. Dass dabei die Hupe die Hauptrolle spielt, lässt sich nicht überhören. Es wird ständig gehupt: wenn man überholen will, wenn man tatsächlich überholt, wenn einer im Weg ist, um mitzuteilen, dass man in eine bestimmte Richtung fahren will und wenn man Fußgänger von der Straße drängt.

An den Wochentagen hatte mein Menschenpapa die meiste Zeit im Büro zu tun, so dass ich da leider nicht viel zu sehen bekommen habe. Glücklicherweise waren wir aber für zwei Wochen da und so gab es ein Wochenende dazwischen, für das es selbstverständlich Ausflüge zu organisieren galt.

Schlussendlich haben wir uns für einen Besuch der alten Königsstadt Mysore am Samstag und einen Trip durch Bangalore am Sonntag entschieden.Am Samstag sind wir bereits 5 Uhr aufgestanden, um mit dem Taxi nach Mysore zu fahren. Bis dahin sind es zwar nur 130 km, aber eben 130 km in Indien.

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Unser erstes Ziel war der Someswara Tempel. Dies ist einer der ältesten hinduistischen Tempel der Region, erste Teile davon wurden vor über 700 Jahren errichtet. Also Schuhe ausgezogen und hinein. Überraschung, es war kaum jemand da! Wo sich hier doch faktisch kein Ort findet, an dem sich die Menschen nicht geradezu stauen. Gut so, dann konnten wir ungestört ein paar mehr Fotos machen, von Bären und Elefantenskulpturen mit und ohne Rüssel.

Als nächstes hatten wir uns aber einen richtig belebten Ort vorgenommen, den berühmten Sri Chamundeshwari Tempel. Heute war der präferierte wöchentliche Besuchstag in diesem Tempel, weswegen sich sehr viele Gläubige eingefunden hatten. Neben den Gläubigen sind Kühe allgegenwärtig. Und natürlich die Straßenverkäufer, die alle möglichen Geschenke für die Götter anbieten.

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Nächste Station ist Amba Vilas, der Maharaja-Palast in Mysore. Mysore war früher die Hauptstadt des gleichnamigen Königreichs. Den einstigen Herrscherpalast kann man besichtigen. Wow, war der Palst groß! Hier habe ich dann auch die Elefanten getroffen, schaut doch mal.

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Als drittes Ziel in Mysore haben wir noch die katholische Kirche besucht. Ja, auch das gibt es hier. Es sind zwar nur etwa 3% aller Inder Christen, aber eben drei Prozent von 1,2 Milliarden! Die Dekoration in der Kirche erinnerte mich dann doch sehr an die typischen Souvenirs, wie es sie hier an jeder Ecke zu kaufen gibt. Es gibt auch nur ein Foto aus der Kirche, da das Fotografieren hier nicht gern gesehen wurde.

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Danach sind wir zurück nach Bangalore und konnten das erste Mal richtig ausschlafen. So einfach wie es klingt war es mit dem Zurückfahren dann aber auch nicht. Vier Stunden hat es gedauert; der Verkehr eben.

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Für den Sonntag hatte sich ein indischer Kollege meines Menschenpapas  angeboten, uns quasi als Touristenführer einen Eindruck vom Leben in Bangalore zu geben. Unser erstes Ziel auf der Tour durch Bangalore war der ISKCON Sri Radha Krishna Tempel. Während ich gestern nur Zuschauer von außen war, sind wir heute hinein gegangen und ich konnte zusammen mit den Gläubigen durch den Tempel gehen. Ein Erlebnis, für das man sich als Besucher unbedingt Zeit nehmen sollte.

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Alles beginnt mit dem obligatorischen Ausziehen der Schuhe. Wie bei uns die Jacke, gibt man hier die Schuhe an der Garderobe ab. Der Weg in das Tempelinnere zum hier verehrten Hauptgott verläuft über viele Stufen und kleine, vorangestellte Räume in denen noch weitere Götter verehrt werden. Auf dem Weg liegen Steinplatten und alle Besucher  gehen hintereinander von einer Platte zur nächsten den gesamten Weg entlang. Die gläubigen Hindus sprechen dabei auf jeder Platte den immer gleichen Gebetsvers, mit dem sie den Gott des Tempels verehren. Es braucht also einiges an Zeit, bis man den Hauptraum erreicht. Dort sind Figuren des Gottes Krishna in seinen verschiedenen Inkarnationen aufgestellt. Die Gläubigen bringen Opfergaben in Form von Früchten und Blumen dar. Ein Priester nennt die Namen der Spender und vermittelt die Opfergaben an den Gott. Der Gott segnet diese und gibt sie den Menschen zurück, dann in der Form einer göttlichen Gabe für sie. So habe ich es jedenfalls verstanden. Fotografieren im Inneren des Tempels ist leider verboten, so dass es Bilder nur von außen gibt.

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Nach dem Mittagessen in einem sehr schönen indischen Restaurant ging es für uns noch in einen der typischen Einkaufsbezirke der Stadt. Das ist ein ganzes Stadtviertel, Laden an Laden. Es gibt hier einfach alles zu kaufen. Unser Begleiter hat uns zielsicher zu einem der ältesten, aber gerade deshalb sehr guten Antikhändler geführt, bei welchem es wirklich interessante, kleine Mitbringsel zu entdecken gab. Da konnte Bär natürlich nicht anders, als ein paar kleine Geschenke für meine Menschen zu Hause zu kaufen.

Wegen des starken Verkehrs war der Tag in Bangalore dann doch schneller vorbei als gedacht. Macht aber nichts, ich habe ja doch schon einiges von der Stadt sehen können.

In der Woche war mein Menschenpapa dann wieder jeden Tag im Büro und schwups, sind wir auch schon wieder nach Hause zurück geflogen. Ein interessantes Foto von da habe ich zum Schluss dann aber doch noch für euch. Jeden Morgen kehren Frauen mit Reisigbesen die Blätter und den Staub zusammen, die sich auf der Straße vor den Bürohäusern angesammelt haben. Das ist dann doch eine ganz andere Welt als zu Hause.

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Euer ganz gefährlicher Grizzly

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