Zarte Flieger

Vor einiger Zeit war ich wieder einmal im botanischen Garten Chemnitz zu Besuch. Diesmal jedoch nicht, um Pflanzen zu bewundern. Vielmehr war ich auf die fliegenden Edelsteine gespannt. Ja, so heißt es jedes Jahr im Mai, wenn im Tropenhaus ganz viele Schmetterlinge fliegen.

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Nun werdet ihr euch fragen, wo denn in dem Gewächshaus so viele Schmetterlinge herkommen sollen. Der botanische Garten bezieht immer im April Schmetterlingspuppen von sogenannten Schmetterlingsfarmen. Alle Naturschützer können also beruhigt sein, es werden keine Schmetterlinge in der Natur gefangen. Diese Puppen hängen dann an einem geschützten Ort im Gewächshaus und sehen wie frische grüne oder auch vertrocknete braune Blätter aus. In ihnen jedoch passiert das Wunder der Metamorphose.

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Wir Bären sehen ja schon als Babybären genauso wie die Großen aus. Nicht aber die Schmetterlinge. Alles beginnt mit einem winzigen Ei, aus dem eine ebenso kleine Raupe schlüpft. Diese muss nun erstmal kräftig futtern, damit sie groß wird. Wenn sie das geschafft hat und dabei nicht selbst zum Futter beispielsweise von hungrigen Vögeln geworden ist, dann verkriecht sie sich irgendwo und baut sich einen Kokon. Wie der aussieht, das ist für jede Art unterschiedlich, mal aus Seide gewebt, mal aus Blättern verklebt. Jetzt passiert das Unvorstellbare. In dieser Puppe verschwindet die Raupe und entsteht der Schmetterling. Ich kann mir das nicht wirklich vorstellen, wie aus einem dicken runden Leib ein schlanker Körper mit zarten Flügeln und Beinen entstehen kann. Die Natur weiß aber, was sie tut; und nach einiger Zeit beginnt sich in der Puppe etwas zu bewegen. Dann dauert es nicht mehr lange, bis sie aufplatzt, und heraus schlüpft das wiedergeborene Wesen, diesmal als Schmetterling.

Im Tropenhaus fühlen sich die zarten Geschöpfe wohl. An verschiedenen Blüten können sie Nektar trinken. Es gibt aber auch Verpflegungsstationen mit Obst, das in der Wärme leicht vergärt, welche sehr beliebt bei den Fliegern sind. Für mich als starken Bär sind diese zerbrechlichen Geschöpfe faszinierend. Ich besuche sie jedes Jahr und sitze dann stundenlang da, in Betrachtung dieser filigranen Wunder versunken.

Euer ganz gefährlicher Grizzly

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