Worms

Was fällt euch denn zu Worms ein? Ich denke da immer zuerst an die Nibelungen zu Worms am Rheine. Neben der sagenhaften Geschichte hat Worms aber auch jede Menge ganz reelle Ereignisse anzubieten. Wie wär‘s mit dem berühmten Auftritt Martin Luthers auf dem Reichstag 1521? Oder das Wormser Konkordat, das hat man vielleicht  schon mal im Geschichtsunterricht gehört!

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Was Worms ebenso wie Mainz natürlich auch vorzuweisen hat, ist ein beeindruckender Dom aus der romanischen Epoche. Bevor wir diesen besichtigt haben, ging es jedoch zunächst an den Rhein zu einer Stippvisite bei der Nibelungenbrücke und dem Hagendenkmal. Ja, hätte der Hagen mal nicht den Siegfried hinterrücks gemeuchelt, wer weiß, da gäbe es die Burgunder vielleicht heute immer noch in Worms.

Die nächste Station unseres Stadtrundgangs war der Heilige Sand, der älteste erhaltene jüdische Friedhof Europas. Da stehen jetzt noch Grabsteine – als die gesetzt wurden, gab es bei mir zu Hause im Erzgebirge außer meiner Bärenverwandtschaft nicht viele andere bedeutende Persönlichkeiten.

Als nächstes war dann endlich der Besuch des Doms an der Reihe. Was für ein Bauwerk! Wir kamen eben im Anschluss an die heilige Messe an, was uns ganz besondere Lichtspiele erleben ließ. Die Strahlen der Sonne, welche durch die unmittelbar unter dem Gewölbe liegenden Fenster hereindrangen, wurden durch die Weihrauchwolken zu einem fast schon mystischen Lichtspiel verzaubert. Im Kontrast mit den dunklen Wänden und dem wunderbar golden glänzenden Hochaltar im Hintergrund brauchte ich nicht mehr viel Fantasie, um mir einen Begriff vom Himmel im christlichen Sinne zu machen. Wie mag so ein Schauspiel erst auf Menschen im Mittelalter gewirkt haben, die ihr ganzes Leben nur in niedrigen, dunklen Holzhäusern zubrachten!

Vom Dom ging es weiter zum Lutherdenkmal. Das Gebäude, in welchem Martin Luther damals vor Kaiser Karl V. auf seinen Überzeugungen bestanden hat, existiert leider nicht mehr. Dafür gibt es ihm zu Ehren heute dieses Denkmal. Mit Friedrich dem Weisen ist da auch ein Sachse an prominenter Stelle vertreten. Ihr wisst schon: Luthers „Entführung“ auf die Wartburg, das war er.

Am Nachmittag haben wir dann nochmals den Dom besucht. Warum denn zweimal, werdet ihr fragen? Ja, da wurde noch ein ganz besonderes Ereignis gefeiert. Der Dom soll fünf neue Glocken bekommen und diese wurden heute geweiht. Da darf der Bär natürlich nicht fehlen. Mit mir gemeinsam haben so viele Menschen an der Glockenweihe teilgenommen, dass es richtig eng wurde in der großen Kirche.

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Geweiht hat sie der Erzbischof von Mainz, zu dessen Bistum Worms gehört. Auch für ihn war es etwas ganz Besonderes, wie er selbst sagte. Gleich fünf Glocken auf einmal, da ist er wohl derzeit der Einzige in Deutschland, der so eine großartige Zeremonie durchführen durfte. Jetzt bekommt der Dom, zusammen mit den nach dem 2. Weltkrieg aus Spenden der Bevölkerung gegossenen drei Notglocken, wieder ein großes Geläut aus acht Glocken. Zu Pfingsten soll es eingeweiht werden und wer da noch nichts vorhat, der kann dabei sein, es wird sicher großartig!

Euer ganz gefährlicher Grizzly

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