Gaudi mit Gaudi

Ich mache ja ganz gerne mal Faxen. Die Bayern sagen auch Gaudi dazu. In Barcelona dagegen steht Gaudi für den hochgefeierten Künstler Antoni Gaudí.

Folgerichtig führten mich meine Menschen heute Morgen zuerst vor die Sagrada Família. Und dann auch gleich hinein, denn für 10:15 Uhr hatten sie schon von zu Hause aus Eintrittskarten erworben. Wieder einmal hab ich mich ganz klein gemacht und keinen Mucks von mir gegeben, denn Tieren ist der Zutritt normalerweise nicht erlaubt – noch dazu so gefährlichen wie mir!

Im Inneren der Kirche durfte ich dann ein bisschen heraus gucken und sofort blieb mir der Mund offen stehen: ein riesiger Innenraum, unbeschreiblich hoch, das Licht fiel durch bunte Glasfenster und tauchte die Menschen und natürlich auch mich in einen pastellfarbenen Traum. In der Kirchenmitte, im Freien schwebend und von einem Baldachin überspannt, die Jesusfigur am Kreuz. Der Gottessohn richtet seinen Blick nach oben, und wenn wir diesem folgen, erblicken wir den Himmel – denn ganz oben hat die Sagrada Família ein Loch. Das ist Absicht, denn Gaudí meinte, die Sonne wäre der beste Maler – zumindest verriet uns das der Audioguide. Recht hatte er, der Mann mit dem lustigen Namen, finde ich.

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Und trotz der gigantischen Ausmaße des Gebäudes fühlte ich mich irgendwie zu Hause. Die vielen verschiedenen Säulen im Kirchenschiff verzweigten sich im oberen Teil und sollten Bäume in einem Wald darstellen. Die vier höchsten Säulen – oder eben Bäume – sind 45 Meter hoch, haben einen Durchmesser von 2,10 Metern und sind aus Porphyr. Daneben gibt es noch etliche weitere kleinere Säulen aus Sandstein, Granit und Basalt.

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Irgendwann hatten sich unsere Augen dann sattgeguckt an den vielen verschiedenen Formen, Farben und Materialien. Alles gesehen hatten wir natürlich nicht. Immer, wenn ich dachte, jetzt könnte ich woandershin schauen, entdeckte ich wieder ein Detail, das mir bis dahin gar nicht aufgefallen war. Aber schaut euch doch selbst die Fotos an. Leider können sie die Stimmung in der von Papst Benedikt XVI. zur Basilica minor erhobenen Kirche nicht annähernd wiedergeben. Da müsst ihr wohl selbst einmal hinfahren.

Im Anschluss an den Besuch der Sagrada Família wanderten wir noch zur gotischen Kathedrale „Catedral de la Santa Cruz y Santa Eulalia“, in deren innerem Kreuzgang stets 13 dort wohnende Gänse schnattern. Danach schlenderten wir durch Barri Gòtic, das gotische Viertel von Barcelona und kosteten leckere Teilchen vom dort ansässigen Bäcker. Der Weg führte uns zu den Las Ramblas, der Promenade von Barcelona, die im Osten von der Kolumbussäule begrenzt wird. Diese tolle Säule hatten wir bereits gestern bei einem ersten abendlichen Spaziergang bewundert. Aber auch jetzt am Tag sah sie sehr eindrucksvoll aus.

Nun verabschiedet sich euer Bär wieder, denn erneut habe ich einen anstrengenden Tag verlebt. So langsam habe ich Sehnsucht nach etwas Ruhe im herbstlichen Erzgebirge. Aber erst wollen wir noch Ibiza besuchen, der letzte Halt von meinem Schiff, bevor wir in Palma de Mallorca wieder ins Flugzeug steigen.

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