Vive l‘Empereur

Heute war ich schon ganz gespannt. Auf die Kastanien, den Duft von würzigem Käse und den großen Imperator. Das alles wurde mir nämlich von der Frau Lektorin am Vorabend versprochen. Da war Seetag und meine Menschen hatten viel Zeit. Zum Sporteln, zum Planschen im großen Pool, zum Fein-essen-gehen und zum Faulenzen. Und zur Informationsgewinnung eben über den ersten Hafen auf der Reise, Ajaccio auf Korsika.

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Aber erst einmal musste „Mein“ Schiff anlegen. Bei der Anfahrt am zeitigen Morgen zeigten sich bereits ein maurischer Turm an der Küste und die Sanguaires, die Blutinseln. Sie heißen so wegen der rötlichen Farbe des Gesteins und wir werden sie am Abend bei einem gigantisch schönen Sonnenuntergang erneut sehen. Nun wollte mein Menschenpapa aber ganz schnell an Land. Er ist ein bisschen verrückt, müsst ihr wissen – geschichtsverrückt! Also nichts wie los nach Ajaccio, dem Geburtsort des „kleinen“ großen Korsen. In der Stadt ist der Name Napoleon allgegenwärtig. Bevor wir uns jedoch dem Kaiser widmeten, stand erst ein Besuch der Cathédrale Notre-Dame-de-l’Assomption auf dem Programm. Sie ist eigentlich gar nichts Besonderes, nur eine kleine Stadtkirche in der Provinz, aber gerade das macht den Charme aus.

 

Im Anschluss war es dann soweit – auf zum Place d‘ Austerlitz. „Austerlitz, Napoleons genialste Schlachtführung überhaupt“, mein Menschenpapa kam richtig ins Schwärmen. Mir hat der Herr auch sehr gut gefallen, wie er da vor dem blauen Himmel auf seinem Sockel stand.

 

Von dem Besuch auf dem Feldherrenhügel war ich allerdings hungrig geworden. Tja, gefährliche Bären fressen eben auch gefährlich gern. Was lag da näher, als den Markt zu besuchen und uns eine kleine Stärkung zu holen. Hmmm, was es bei den Händlern alles gab! Besonders lecker fand ich die Kastanien, für die Korsika ja bekannt ist. Meinem Menschenpapa hatte es aber der korsische Käse angetan. „Boah, alte Füße duften dem gegenüber wie Parfüm“, sagte meine Menschenmutti. Der Käse wurde dennoch gekauft, wegen des Geruchs vorsichtshalber im Glas.

Nach einem Stadtbummel ging es dann wieder auf das Schiff zurück. Glücklicherweise fährt das nicht in die Verbannung, wie bei Napoleon, sondern weiter nach Rom und das wieder an den Blutinseln vorbei, die ihrem Namen in der Abendsonne alle Ehre machten.

Schiff ahoi, bis bald. Und ein Hoch auf den großen Kaiser.

Euer ganz gefährlicher Grizzly

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