Namenstag

Ihr erinnert euch bestimmt noch an meine beiden neuen Freunde, welche an Weihnachten plötzlich bei uns eingezogen sind. Bisher haben beide noch keine Namen, aber das wird sich heute ändern. Glücklicherweise haben einige von euch sich wunderbare Namen ausgedacht. Da ich der erste Bär in der Familie bin, darf ich die endgültigen Namen auswählen.

In den letzten Tagen habe ich mir deshalb eure Vorschläge und auch die aus meiner Familie durch den Kopf gehen lassen. Einfach war es nicht, das kann ich schon mal sagen. Aber ich habe mich entschieden. Der Eisbärenjunge heißt ab sofort Kenzo. Dieser Name kommt aus dem japanischen und bedeutet so viel wie stark & gesund. Das passt doch gut, schaut doch nur mal, wie kräftig er an der Pflanze hochklettern kann. Der Vorschlag stammt von Itzel aus Mexiko, die ich auf meiner Reise in Boston kennengelernt habe. Vielen Dank Itzel!

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Meine kleine Freundin soll Beulah heißen. Dieser Name ist biblischen Ursprungs. Beulah ist ursprünglich ein Attribut des Landes Israel in der Beschreibung durch den Propheten Jesaja (Isaiah). Als Name wurde Beulah zunächst im siebzehnten Jahrhundert in England verwendet und er wurde später durch die Puritaner auch in Amerika bekannt. Die Bedeutung wird zumeist mit verheiratet oder versprochen übersetzt. Wobei mir die Bedeutung nicht so wichtig ist, mir gefällt der Name einfach gut und er passt doch wirklich zu meiner kleinen Freundin. Vorgeschlagen hat diesen Namen Peter, an dessen Touren durch Boston sich mein Menschen Papa immer noch begeistert erinnert. Auch Dir Peter vielen Dank!

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Mit Beulah habe ich mich sogar gegen den Vorschlag meines Menschen Papas entschieden, auch wenn es schwer war. Er hatte mir Grace vorgeschlagen. Ihr wisst schon, Grace Kelly. Er hat ja auch Recht. Wie unsere kleine Eisbärendame so mondän dasitzt mit ihrem Diamantenkollier, da erinnert sie doch schon etwas an die ehemalige First Lady von Monaco. Am Ende ist sie aber immer doch eine Bärin und außerdem soll mein Menschen Papa nicht immer so von blonden Frauen schwärmen. So habe ich mich dann doch lieber für Beulah entschieden.

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Tja und da wir heute also zwei Namenstage zu feiern hatten, brauchte es natürlich Blumen als Geschenke für die Beiden. Haben die sich gefreut! Die sind doch glatt an den Stängeln bis direkt zu den Blüten geklettert, nur um den Duft auch ganz nah schnuppern zu können. Da wollte ich natürlich auch mitspielen und so gibt es eben heute Fotos von Bären und Blüten.

Herzlichen Glückwunsch zum Namenstag Kenzo und Beulah!

Euer ganz gefährlicher Grizzly

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Saint’s day

I’m sure you remember my two new friends who suddenly moved in at Christmas. Neither of them has any names yet, but that will change today. Fortunately, some of you came up with wonderful names to me. Since I am the first bear in the family, I get to choose the names.

In the last few days, I thought about your suggestions and these from my family too. It was not easy I can tell you. Now I made a decision. The polar bear boy’s name is should be Kenzo. This name comes from Japan and means something like strong & healthy. That is a good fit, just look at how powerful he can climb up the plant. The suggestion comes from Itzel from Mexico, whom I met on my trip to Boston. Thank you Itzel – you are great!

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My new girlfriend I want to be named Beulah. This name is of biblical origin. Beulah is originally an attribute of the land of Israel in the description by the prophet Isaiah. Beulah as a name was first used in England in the seventeenth century. Later it became famous in America because of the Pilgrims who brought them the new world. The meaning is usually translated as married or promised.   I really like the name and it really suits my little girlfriend, although she is not married yet. Peter suggested this name, whose tours through Boston my dad still remembers enthusiastically. Thank you Peter so much and best greetings to all my friends at EF in Boston.

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With the decision for Beulah I even decided against the proposal of my human dad. He had suggested Grace to me. You know, Grace Kelly. He was also right, as our little polar bear lady is so glamorous with her diamond necklace and reminds something of the former First Lady of Monaco. However, in the end she is always a bear and besides, my daddy should not always be so fond of blonde women. That is why I chose Beulah instead.

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Well, and since we had two name-days to celebrate today, we needed flowers as gifts for the two of them. Look how happy they were! They have climbed straight to the stems of the flowers, just to get a taste of the scent. Of course, I wanted to play along with them and so you can enjoy some photos of bears and flowers.

Congratulations on saint’s-day Kenzo and Beulah!

Your very ferocious Grizzly

Castle Lauterstein

Finally I was on the road again with my daddy to take pictures. Unfortunately, he wasn’t able to do that in the last few days. First of all he didn’t have time and then three days ago there was the heavy storm Friederike, where we couldn’t go outdoors.

Today, however, it finally happened again. We made a little trip to the ruins of Lauterstein Castle. The castle was probably built at the end of the 12th century to protect the trade route to Bohemia. For the Ore Mountains this is quite old, as the intensive settlement was only later accompanied by ore mining. The name of the castle and the little village nearby probably goes back to the name of the builders ‚Lutirstein‘. So far, the ruins of the castle seem to be nothing special.

 

 

However, there is a rather unusual story to tell about the lords of the castle.

The castle was sold to the mayor of Freiberg, Caspar von Berbisdorf in 1434, after several previous changes of ownership. In 1497, there was a division of the estate between Bastian and Melchior of Berbisdorf. The entire manor and castle was divided into Oberlauterstein and Niederlauterstein, which translates to upper Lauterstein and lower Lauterstein. In the castle itself, a partition wall was built across the courtyard and the whole castle was split in two. There were even two castle gates from then on. That’s a pretty unique thing.

After visiting the castle we went for a walk in the woods. The strong storm on Thursday had broken down many trees but covered by yesterday’s snow, everything looks so peaceful. Just as if it had always been this way. That’s the special thing about winter and we like it.

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Greetings from the winter forest.

Your very ferocious Grizzly

Burg Lauterstein

Endlich war ich mal wieder mit meinem Menschenpapa zum Fotografieren unterwegs. Dazu waren wir in den letzten Tagen leider nicht gekommen. Erst hatte er keine Zeit und dann gab es vor drei Tagen den Sturm Friederike, bei dem wir natürlich auch nicht ins Freie gehen konnten.

Heute jedoch war es endlich wieder soweit. Wir unternahmen einen Ausflug zur Burgruine Lauterstein. Die Burg wurde wahrscheinlich Ende des 12. Jahrhunderts erbaut und sollte dem Schutz der Handelswege nach Böhmen dienen. Für das Erzgebirge ist das ziemlich alt, da intensive Besiedlung erst später mit dem Erzbergbau einherging. Der Name der Burg und auch des Ortes geht wohl auf den Namen der Erbauerfamilie ‚Lutirstein‘ zurück. Soweit erscheinen die Burgruine und auch der kleine Ort Niederlauterstein, in welchem sie sich befindet, als nichts Besonderes.

Eine nicht ganz alltägliche Geschichte über die Burgherren gibt es dann aber doch zu erzählen.
Die Burg wird nach einigen bereits vorhergehenden Besitzerwechseln im Jahr 1434 an den Bürgermeister von Freiberg, Caspar von Berbisdorf, verkauft. 1497 kommt es dann zu einer Erbteilung zwischen Bastian und Melchior von Berbisdorf. Der gesamte herrschaftliche Besitz nebst Burg wird in Ober- und Niederlauterstein geteilt. In der Burg wird eine Schiedsmauer quer durch den Burghof errichtet und die ganze Burg wird auch praktisch in zwei Teile zerschnitten. Es gibt von da an sogar zwei Burgtore! Eine ziemlich einmalige Sache ist das schon.

Nach dem Besuch der Burg sind wir dann noch ein wenig im Wald spazieren gegangen. Der starke Sturm am Donnerstag hatte viele Bäume umgeweht. Nachdem es gestern geschneit hat, sieht jedoch alles ganz friedlich aus – gerade so, als wäre es schon immer so gewesen. Das ist eben das Besondere am Winter und wir mögen es.

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Verschneite Grüße,
euer ganz gefährlicher Grizzly

Deer Island

Zum Abschluss meiner Eindrücke aus Boston möchte ich euch noch Deer Island vorstellen.

Auch wenn der Name suggeriert, dass es sich um eine Insel handelt, Deer Island ist das schon lange nicht mehr. Im Jahre 1938 wurde der damals noch vorhandene Kanal durch einen Sturm mit Sand gefüllt und danach hat das United States Army Corps of Engineers die Straße errichtet. Seitdem ist die Insel also keine mehr.

 

 

Landschaftlich ähnelt Deer Island den anderen Inseln in der Bucht vor Boston. Es hat einen Hügel, der auf der einen Seite steil, auf der anderen jedoch länglich abfällt. Das Profil erinnert etwas an einen verkehrt herum abgelegten Löffel. Im Englischen nennt man diese Formen drumlines.

Die Insel selbst hat verschiedenen Zwecken gedient. Während der Indianerkriege im 17. Jahrhundert wurden von den englischen Siedlern Indianer aus der Umgebung hierhin deportiert. Deer Island war ein Freiluftgefängnis und viele der Deportierten starben auf der Insel, allein im Winter 1675-76 bis zu 1.100 Menschen.

 

 

In der Mitte des 19.Jahrhunderts wurde die Insel als Ankunftsstelle für die tausenden irischen Einwanderer genutzt, die vor der großen Hungerkatastrophe in ihrer Heimat nach Amerika flohen. Heute würde man das wahrscheinlich ein Erstaufnahmelager nennen. Da viele der Ankömmlinge krank und stark unterernährt waren, wurde 1847 ein Hospital für Einwanderer errichtet. 1850 erfolgte der Bau eines Armenhauses. Allerdings wurde dieses Gebäude ab 1896 wieder als Gefängnis genutzt und bestand als solches bis 1991.

 

Heute wird das Bild von Deer Island durch das große Abwasserreinigungswerk geprägt, welches die gesammelten Abwässer des größten Teils des Großraums Boston säubert. Hier leben immerhin über 4,5 Millionen Menschen, woraus sich auch die Größe der Anlage erklärt. Eine erste Kläranlage wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts auf der Insel errichtet und in den 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erheblich ausgebaut. Die heutige Anlage stammt aus den 90-er Jahren. Die Bostoner Region ist damit eines der wenigen Ballungszentren der Vereinigten Staaten, welches faktisch flächendeckend  über eine ökologisch auf modernstem Stand befindliche Abwasserreinigung verfügt.

 

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Eine besonders wichtige Rolle bei der Schaffung dieser Infrastruktur, vor allem aber wohl für die Bereitschaft der Menschen, ihre Umwelt als schützenswertes Gut anzusehen, spielte Richter A. David Mazzone. Er hat sowohl mit seinen Entscheidungen als Richter wie auch mit seinem Engagement für die Gesellschaft entscheidend die Errichtung des heutigen Abwasserreinigungssystems herbeigeführt. Dafür haben die Bostoner ihm auf Deer Island ein Denkmal gesetzt. Den Satz aus einem seiner Urteile „The law secures to the people the right to a clean harbor.” sollte man sich allerorten  vor Augen halten. Jeder hat ein Recht auf eine saubere Umwelt und damit auch die Pflicht, seinen Teil dazu beizutragen. Da bin ich als Bär schon schwer dafür!

 

Damit sage ich auf Wiedersehen zu Boston. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen und vielleicht sieht man sich ja mal wieder.

Euer ganz gefährlicher Grizzly

Deer Island

At the end of my impressions from Boston I would like to introduce you to Deer Island.

Although the name suggests that this is an island, Deer Island isn’t an actual island anymore. In 1938 the existing seawater channel was filled with sand by a storm and after that the United States Army Corps of Engineers built a permanent road there. Since then the island is no longer an island.

The profile of Deer Island resembles the other islands in the Bay of Boston. It has a hill, which falls steeply on one side but gradually on the other. The profile is reminiscent of a spoon placed upside down. In English these shapes are called drumlines.

The island itself has served various purposes. During the Indian Wars in the 17th century, the English settlers deported Indians from the area to the island. It was an open-air prison and many of the deportees died there, up to 1,100 people in the winter of 1675-76 alone.

In the middle of the 19th century, the island was used as an arrival point for the thousands of Irish immigrants who fled to America from the big hunger catastrophe in their homeland. Since many of the arrivals were sick and severely malnourished, an immigrant hospital was built in 1847. In 1850 a poorhouse was built too. But this building was used as a prison again from 1896 and existed until 1991.

Today, the profile of Deer Island is dominated by the large wastewater treatment plant, which cleans the collected wastewater from most of the Greater Boston Area. More than 4.5 million people live there, which explain the size of the plant. The first sewage treatment plant on the island was built at the end of the 19th century and considerably expanded in the 1960s. The current plant dates back to the 1990s. The Boston region is one of only a few metropolitan areas in the United States which have an ecologically state of the art wastewater treatment system.

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Judge A. David Mazzone played a particularly important role in the creation of this infrastructure. Above all he stands for the willingness of the people to consider their environment as protection worthy. With his decisions as a judge and his commitment to society, he was an essential part in the establishment of the today’s wastewater treatment system. That’s why the people there built a monument to him on Deer Island. The sentence from one of his judgments, „The law secures to the people the right to a clean harbor.“ should be kept in mind everywhere. Everyone has the right to live in a clean environment and also the duty to do their part. As a bear, I think that’s very important!

Now I have to say good bye Boston! We had a great time together – see you again.

Your very ferocious Grizzly

Familienzuwachs zu Weihnachten

Euer Grizzly braucht Hilfe. Ich bin auf der Suche nach zwei schönen Namen und hätte gern eure Ideen. Die ganze Geschichte kam so:

Zunächst verlief der 24. Dezember für mich ja ganz gemütlich. Nach einem ausgiebigen Frühstück bin ich gemeinsam mit meiner Menschenfamilie wie jedes Jahr in den Wald gegangen. Wir haben leckere Früchte, Samen und Nüsse ausgelegt, damit auch die Tiere des Waldes eine Weihnachtsbescherung haben. Zu Mittag gab es Kakao und erzgebirgischen Stollen. Lecker, wir Bären lieben ja alles Süße!

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Nachmittags sind wir gemeinsam in unsere schöne Dorfkirche zur Christmette gegangen. Das ist immer etwas ganz Besonderes für meine Menschen. Sie spielen beim Krippenspiel mit und sind begeisterte Sänger der traditionellen Weihnachtslieder.

Wieder zu Hause war es Zeit für unser traditionelles Weihnachtsessen: Linsen, Bratwurst und Kartoffelsalat. Im Anschluss fand wie immer die Bescherung statt. Alle haben sich gegenseitig beschenkt und ein besinnliches Weihnachtsfest gewünscht. Auch ich habe ein Geschenk erhalten. Ein in goldene Folie eingepacktes, kleines Päckchen, etwa in der Größe eines Schuhkartons. Da hab ich mich natürlich sehr gefreut und konnte es kaum abwarten, es zu öffnen.

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Also habe ich begonnen, die Verpackung vorsichtig zu entfernen. Sobald sie einen kleinen Schlitz hatte, hörte ich plötzlich eine leise Stimme. Meine Überraschung steigerte sich aber noch, als kurz danach ein kleines Eisbärmädchen den Kopf heraus streckte und mir frohe Weihnachten wünschte. Was war denn das? Also schnell fertig ausgepackt. Das Päckchen entpuppte sich als die Wohnbox des Eisbärenmädchens und ihres Freundes. Die beiden erzählten mir, dass sie sich schon sehr darauf gefreut hätten, mich kennen zu lernen, weil sie doch schon so viele schöne Bilder von mir gesehen haben. Na dann, herzlich willkommen bei mir zu Hause!

Das Einzige, was ich den beiden erklären musste, war mein weißes Fell. Die hatten mich doch glatt auch für einen Eisbären gehalten! Dabei bin ich doch ein Albino-Grizzly, wie jeder weiß. Das haben sie aber schnell verstanden und ich habe den beiden dann auch gleich unsere Wohnung gezeigt.

In den nächsten Tagen haben meine neuen Freunde unser Haus erkundet. Vor allem die Weihnachtsplätzchen sind ganz schnell weniger geworden. Auch unser Festtagsbraten hatte es dem Mädchen offenbar sehr angetan. Richtige Bären sind eben immer Feinschmecker.

Und jetzt kommt es: Den beiden gefällt es so gut in meiner Familie, dass sie für immer bei uns bleiben möchten. Kein Problem, nur braucht eben jeder einen Namen. Da die zwei leider noch keinen haben, müssen wir also welche für sie suchen. An dieser Stelle seid ihr mir eingefallen!

Was denkt ihr denn, was wären schöne Namen? Wenn Ihr eine tolle Idee habt, schreibt mir doch bitte. Ich bin schon ganz gespannt auf eure Vorschläge.

Bis dahin wünscht euch der Bär ein tolles neues Jahr 2018

Euer ganz gefährlicher Grizzly